11. Februar 2011 Max Straubinger informiert sich über Probleme


Erbendorf. Die anstehenden Änderungen in der Pflege führten den Bundestagsabgeordneten Max Straubinger, Sprecher der CSU-Bundestagsfraktion für Arbeit, Soziales und Familie, zu einem Gespräch ins Caritas Alten- und Pflegeheim St. Marien. Er informierte sich vor Ort über die Probleme in der Praxis.

Heimleiterin Eveline Gerstl-Seidl begrüßte auch MdB Albert Rupprecht, dessen Einladung Straubinger gerne angenommen hatte. Bei dem lebhaften Erfahrungsaustausch waren auch Bürgermeister Hans Donko sowie der CSU-Ortsvorsitzende Christian Bauer zu Gast im Caritasheim.

Die Heimleiterin verwies dabei auf die Aussagen von Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Piendl, der Anfang Januar bereits äußerst deutlich auf den sehr bald anstehenden Pflegekräftemangel und die damit verbundenen Probleme aufmerksam machte. „Der Beruf „Altenpfleger/In“ muss dringend an Attraktivität gewinnen“, forderte Gerstl-Seidl. Hier sprach sie die relativ schlechten Aufstiegschancen genau so an wie Schichtdienste und Bezahlung. Auch wurde sehr schnell deutlich, dass der Druck in der Altenpflege aufgrund der strengen Kontrollen und den öffentlichen Benotungen wesentlich höher ist als in allen anderen Bereichen.

MdB Straubinger pflichtete ihr bei: „Fussek und Co. haben ihre Spuren hinterlassen.“ Er bezweifelte allerdings auch, dass ausländische Pflegekräfte Abhilfe schaffen könnten: „Im Ausland gibt es die Fachkräfte, die wir brauchen, nicht.“ Er sprach damit die bisherige „Grauzone“ mit polnischen Kräften an, die aber offiziell nur für hauswirtschaftliche Arbeiten eingesetzt werden dürften. „Wir müssen unseren Einsatz den inländischen Kräften widmen“, forderte Straubinger, „hier müssen gerade die Verbände bei der Ausbildung in der Pflege mitarbeiten.“

Hier stieß er bei Bürgermeister Hans Donko, der Mitglied des Trägervereins der Altenpflegeschule in Erbendorf ist, auf Gegenwehr. Donko erklärte, dass die Ausbildung zum Altenpfleger seit der Umstellung von der zweijährigen zur dreijährigen dualen Ausbildung extrem erschwert wurde. Hier führte er vor allem an, dass gerade Umschüler vom Arbeitsamt nur zwei Jahre gefördert werden und im dritten Lehrjahr ohne Förderung allein gelassen werden. Ebenso ist es sehr schwierig eine Lehrstelle mit Lehrvertrag in einem Altenheim zu finden, da viel zu wenige ausbilden. Donko untermauerte seine Argumente mit Beispielen anderer Berufsfachschulen, wie die der Kinderpflege oder des Hotel- und Tourismusmanagements, die keinen Lehrvertrag sondern nur Praktika fordern. Ebenso forderte er Unterstützung der Politik dabei, dass sich die Schüler einer Berufsfachschule der Altenpflege bis zur Fachhochschulreife fortbilden könnten.

Heimleiterin Gerstl-Seidl pflichtete ihm bei. „Als Ausbildungsbetrieb zahlen wir drei Jahre Ausbildung. Aber durch die Vorschriften, dass der Lehrling Praktika in ambulanten Einrichtungen sammeln muss, ist dieser im zweiten Lehrjahr fast gar nicht in seinem Ausbildungsbetrieb“, erklärte die Heimleiterin. Sehr schnell wurde deutlich, dass auch die ambulanten Einrichtungen sich in Zukunft an den Kosten der Ausbildung beteiligen sollen, um so mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Ein weiterer Nachteil für Ausbildungsheime ist die Ausbildungsumlage, die sich auf die Heimkosten niederschlägt. Gerstl-Seidl kritisierte, dass Heime, die ihre Auszubildenden nur zu Hälfte nach dem Motto „zwei für einen“ bezahlen oder zum Teil gar nicht. Und alle Auszubildenden, ob tariflich, zur Hälfte oder gar nicht bezahlt, sitzen in der gleichen Klasse. „Da wird Neid und Unfrieden geschürrt“, bedauert die Heimleiterin.

MdB Straubinger bedauerte dahingehend, dass gerade Bayern die Ausbildungsumlage für Betriebe, die nicht ausbilden, abgelehnt wurde. Dies wäre eine gute Maßnahme zur Hilfe für die Ausbildungsheime gewesen. Aber er stimmte zu, dass das Image der Altenpflege verbessert werden müsse, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Die Bundestagsabgeordneten bedankten sich abschließend bei der Heimleiterin Eveline Gerstl-Seidl für das konstruktive Gespräch und sicherten ihr zu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, auf Entscheidungen einzuwirken.

Manuela Wienand

19. November 2010 Albert Rupprecht besucht Caritas Altenheim

Erbendorf. Zu einem Informationsgespräch besuchte MdB Albert Rupprecht das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Marien. Heimleiterin Eveline Gerstl-Seidl nutzte die Gelegenheit, um mit ihm das akute Problem des Fachkräftemangels zu erörtern.

Gerstl-Seidl betonte, dass der Caritasverband immer großen Wert auf eine hochwertige Ausbildung legt, was aber auch zur Folge hat, dass der umgelegte Ausbildungszuschlag die Heimplätze verteuert. „Leider bleiben die Kosten für die Ausbildung grundsätzlich an der Ausbildungsstätte hängen, obwohl von den Auszubildenden auch andere Einrichtungen profitieren“, erläuterte die Heimleiterin. So müssen die Azubis im zweiten Lehrjahr 400 Stunden in der ambulanten Krankenpflege ableisten, für die die Ausbildungsstätte keinen finanziellen Ausgleich bekommt.

Ein weiteres Problem sei die unterschiedliche Bezahlung der verschiedenen Einrichtungen, die unter den Altenpflege-Schülern Unmut auslöst. Während bei der Caritas Wert darauf gelegt wird, dass jeder Altenpflegeschüler das volle Lehrgehalt bezieht, gibt es auch Einrichtungen die nach dem Motto „zwei für einen“ bezahlen. „Der Pflegeberuf muss attraktiv gestaltet werden. Wichtigste Voraussetzung für eine „Pflege mit Herz“ ist vor allem die emotionale Intelligenz der Schüler“, erklärte Gerstl-Seidl. Sie forderte von der Politik, dass zwischen allen Beteiligten, die von Altenpflegeschülern profitieren, ein gesünderes Verhältnis bei der Umlagen der Kosten herzustellen.

MdB Albert Rupprecht erkundigte sich in diesem Zusammenhang auch über die Einstellung der Betroffenen zur „generalisierten Ausbildung“ in der Kranken- und Altenpflege. Die geplante Umstellung der Ausbildung sieht vor, in beiden Berufen eine gemeinsame Grundausbildung zu durchlaufen und danach erst die Spezialisierung. Die Heimleiterin hatte dazu einen klaren Standpunkt: „ Sie können nicht erwarten, dass sie mit „einer“ Ausbildung lauter Spezialisten bekommen.“ Diese Ausbildung ist zu oberflächlich, da gerade in der Altenpflege viel mehr Wert auf psycho-soziale Hintergründe gelegt wird.

Im Hinblick auf die bevorstehende Pflegereform wurden auch die Pflegenoten angesprochen. Gerstl-Seidl sprach sich deutlich für die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst aus. Transparenz ist vor allem für den Verbraucher wichtig. Sie bedauerte allerdings, dass damit vor allem der Druck auf die Pflegekräfte steigt. „Außerdem muss die Objektivität der Prüfungen gesteigert werden, da die derzeitigen Noten nur zehn Prozent der Einrichtung wieder spiegeln“, erklärte sie.

Der Bundestagsabgeordnete ging abschließend noch einmal auf den Fachkräftemangel ein. Er betonte, dass gerade in unserer Region nicht mehr die Abwanderung der Jungen das Problem sei, sondern der starke Rückgang der Geburten. Für ihn sei wichtig, die Sicht der Einrichtungen zu hören, um die Probleme der Praxis auch in der Politik einfließen lassen zu können. Er sagte der Heimleiterin auch für die Zukunft seine Unterstützung zu, um auch in den kommenden Jahren nach dem Inhalt des neuen Caritas-Songs, der im Rahmen des Auszubildenden-Tages der Caritas-Diözese Regensburg vorgestellt wurde, zu handeln: „Mensch bleib’ in der Pflege, bleib’ Mensch in der Pflege“.

Manuela Wienand

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10. März 2010 Gewinne müssen am Ort reinvestiert werden

Die Steinwaldklink in Erbendorf schreibt seit Jahren beständig schwarzen Zahlen. Die geriatrische Rehaklinik sei eine „wahre Perle innerhalb der Krankenhaus-AG“, so der Erbendorfer Bürgermeister. Bei der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortverbandes forderte der Rathauschef allerding vehement, dass die Gewinne, zumindest teilweise, Ort bleiben müssen. Die Krankenhäuser sind ein regelrechter Dauerbrenner der Kreispolitik, so Hans Donko. Von den vier Häusern im Landkreis laufe die Geriatrie am aller Besten. Es ist Toll wenn unser Haus Gewinne für die Krankenhaus-AG erwirtschaftet. Ganz und gar nicht einverstanden ist Donko allerdings mit der Tatsache, dass sämtliche Gewinne aus Erbendorf herausgezogen werden. Er forderte die Verantwortlichen auf, dass wenigstens ein Teil des Überschusses am Ort verbleibe. Wir müssen unser Haus stetig renovieren und erweitern, wenn wir Up-to-date-bleiben wollen.

Mittelschule kommt

Der Schulstandort Erbendorf ist nach der Überzeugung von Bürgermeister Hans Donko dauerhaft gesichert. Zusammen mit der Nachbarstadt Windischeschenbach will man eine Mittelschule etablieren. Dort könne dann ein mit dem Realschulabschluss vergleichbarer Abschluß erworben werden. Für die Erbendorfer Schule wäre dies eine enorme Aufwertung, so Donko.

Energieversorgung das Zukunftsthema

Das Thema der Zukunft wird die Energieversorgung sein. In Erbendorf sei bereits vieles am Laufen, wo andere Kommunen erst anfangen darüber nachzudenken. Die Stadt Erbendorf verfüge bereits heute über ein Nahwärmenetz. Noch heuer sollen der Stiftungskindergarten, das Heimatmuseum und das Rathaus angeschlossen werden. Geplant ist auch die Einbindung des evangelischen Kindergartens und der Kinderkrippe. Ein derart umfangreiches Versorgungsnetz gebe es weit und breit nicht, so Hans Donko. Die Stadt setzt ganz bewusst auf regenerativen Energien. Allerdings habe bei der Windenergie ein gewisses Umdenken stattgefunden. Wir wollen keine Zustände wie in Weiden, wo wegen dem Für- und Wider ein regelrechter Bürgerkrieg ausgebrochen sei. Hans Donko war nach eigenem Bekunden zunächst ein Verfechter dieser Art der Energiegewinnung. Er räumte ein, dass er hier mittlerweile „vom Saulus zum Paulus“ geworden sei. Unsere Heimat sollte uns zu schade dafür sein, dass anonyme Investoren hier die Landschaft verschandeln und nur die Gewinne einstreichen. Er könne sich aber durchaus regionale Lösungen oder Bürgerwindanlagen vorstellen, wo die Wertschöpfung in der Region bleibe. Und Donko brachte es auf den Punkt: „Derjenige, der sich die Windräder jeden Tag ansehen muss, der sollte auch etwas davon haben!“

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10. September 2008 Reiß und Rupprecht in Steinwaldklinik


Mehr als 200000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Die meisten Patienten sind über 60 Jahre alt und bleiben nach der Erkrankung oft schwerbehindert. Dies müsste nicht sein, wenn sich nach der Akutbehandlung im Krankenhaus eine geriatrische Rehabilitation anschließen würde. Der Anspruch auf eine Reha-Maßnahme ist zwar gesetzlich festgeschrieben, doch der Alltag sieht meistens anders aus. Bei einem Spitzengespräch mit Politikern aus der Region kritisierten Mediziner und Krankenhausmanager gleichermaßen die Genehmigungspraxis der Krankenkassen.
Eingeladen dazu hatte Landtagskandidat Tobias Reiß in die Steinwaldklinik nach Erbendorf. An der Diskussionsrunde nahmen neben dem Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz Dr. Eibe Hinrichs, dem Regionaleiter Christian Stadler, Ärztlichen Direktor Dr. Manfred Hausel, Chefärztin Dr. Irina Kern auch Bezirkstagskandidat und Aufsichtsratsmitglied Toni Dutz, der Erbendorfer Bürgermeister Hans Donko sowie Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht teil.
Die geriatrische Rehabilitation sei mit dem letzten Gesundheitsreformgesetz gestärkt worden, so Dr. Irina Kern, Chefärztin der Steinwaldklinik in Erbendorf. Jeder Patient habe danach ein gesetzliches Anrecht auf eine Rehabilitationsmaßnahme beispielsweise nach einem Schlaganfall. Die Praxis sehe allerdings ganz anders aus, so die Medizinerin. Der erste Reha-Antrag werde von den Krankenkassen ohnehin meist abgelehnt. Der Trend der Kassen gehe nach wie vor hin zu billigen Reha-Einrichtungen. Auch der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, Dr. Manfred Hausel hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Bis zu 80 Prozent aller Anträge werde von den Kassen abgelehnt, so Dr. Hausel. Er vermutet ein System hinter der Vorgehensweise der Krankenkassen, die seiner Meinung nach ganz bewusst Reha-Anträge verzögern.
Bürgermeister Hans Donko zeigte sich empört über das Verhalten der Krankenkassen. Auch ihm seien Fälle bekannt geworden, wo eine wohnortnahe Reha-Maßnahme von den Krankenkassen abgelehnt wurden. „Da hat man eine so tolle Einrichtung am Ort und die Patienten werden irgendwo anders hingeschickt.“ Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht sprach sich dafür aus den Ablauf zu optimieren. Es stimmen zwar die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Umsetzung sei aber alles andere als optimal. Er versprach seine Unterstützung bei der Problematik.
Chefärztin Dr. Irina Kern lud die Gäste zu einem Rundgang durch die Steinwaldklinik ein. Die Reha-Klinik gehört nach Aussage von Dr. Kern zu den größten eigenständigen Häusern in Bayern. Dr. Eibe Hinrichs, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, zeigte sich mit der derzeitigen Situation sehr zufrieden, sowohl was die Erlösseite anbelangt, als auch mit der personellen Ausstattung. Die Steinwaldklinik profitiere sehr stark vom Zusammenschluss der Krankenhäuser. Sorgen bereite ihm aber die Entwicklung bei den Personalkosten. Trotz steigender Ausgaben bleiben die Fallpauschalen der Krankenkassen gleich. Die Steinwaldklinik sei ein sehr gut geführtes Haus. „Wenn jedes Haus so gut geführt wäre, hätten wir in der AG weitaus weniger Probleme.
Die Steinwaldklinik Erbendorf sei Kreisrat und Aufsichtsratsmitglied Toni Dutz ganz besonders ans Herzgewachsen, nicht nur weil er hier geboren ist. Vor allem auch politisch habe er sich immer wieder für das Haus in Erbendorf eingesetzt. Trotz schwieriger Ausgangssituation war es auch im nachhinein gesehen die absolut richtige Entscheidung das Haus vom Akutkrankenhaus zur Fachklinik umzuwandeln. Als geriatrische Rehaklinik habe das Erbendorfer Haus ein Alleinstellungsmerkmal in der Krankenhauslandschaft der Region. Dies habe dafür gesorgt, dass sich die Einrichtung im „Haifischbecken Gesundheitswesen“ stets erfolgreich über Wasser gehalten habe. Nicht unerwähnt ließ Dutz die Petö-Einrichtung für behinderte Kinder, die im Hause eine Heimstatt gefunden habe. Dutz warb für die hohe Qualität der Rehabilitationsklinik. Dies sei nicht nur volkswirtschaftlich günstiger, als eine Billig-Geriatrie, sondern auch menschlich geboten.
Für Landtagskandidaten Tobias Reiß ist eine erfolgreiche Kooperation der Krankenhäuser die Nagelprobe für die Zusammenarbeit in der gesamten Region. Die Erhaltung der flächendeckenden Krankenversorgung und die Fortentwicklung der Krankenhäuser in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt sei für ihn ein zentrales Anliegen. Der Zusammenschluss der Krankenhäuser zur AG sei für ihn der richtige Ansatz. Vor allem das Beispiel der Steinwaldklinik zeige, dass sich eine regionale Zusammenarbeit lohnt

R. Wellenhöfer